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THEMA: Geschichte auf Bestellung!

Geschichte auf Bestellung! 27 Feb 2018 00:45 #1


Hier meine Geschichte, wie ich zum Computer kam.
Das ist, von mir aus gesehen, eine widersprüchliche Geschichte, denn ich war, als ich diese Technik erstmals zu Gesicht bekam, alles andere als begeistert von diesem neuen Medium.

Ich arbeitete damals nur 20 Stunden pro Woche, als die Firma, bei der ich beschäftigt war, Computers anschaffte, um die Buchhaltungsarbeiten effizienter und schneller zu erledigen. Auch Arbeiten, wenn ich mich richtig erinnere, für Fremd-Geschäfte wurden übernommen, da inzwischen auch alles Erforderliche zur Programmierung angeschafft wurde, und es entwickelte sich ein ganzer Tross von Firma eigenen Programmierern. All diese Maschinen waren im Parterre untergebracht in einem geschlossenen Raum, der immer die gleichbleibende Temperatur haben musste. Der Raum hatte in der oberen Hälfte Glasscheiben an Stelle der normalen Wände, sodass man vom Gang aus hereinschauen konnte. Türe zu öffnen war aber strengstens verboten.
Manchmal musste ich dem Chef dieser Abteilung irgendetwas überbringen, worauf ich ans Glasfenster klopfte und wartete, bis der Herr zu mir herauskam. Und in dieser kurzen Zeitspanne hörte ich das unheimliche Gesurre, das alle diese hohen Böcke von Maschinen bei ihrer Arbeit machten. Brrrrr…. Nein, mit solchen Dingen wollte ich rein nichts zu tun haben und das waren die Momente, wo meine Abneigung gegen Computer geboren wurde, samt ihren «Kindern» den kleinen kastenförmigen Apparaten, die in der Buchhaltung von meinen Mitarbeitern bedient wurden. Damit hatte ich nichts am Hut, denn ich erledigte nebst der Korrespondenz, die immer noch auf normalen Kugelkopf-Schreibmaschinen getippt wurde, auch diverse andere Arbeiten. Da ich nur 20 Sunden pro Woche anwesend war, war ich auch so etwas wie ein «Joker» der eingesetzt wurde wo es gerade «brannte». Mir gefiel das sehr gut, ich hatte auch die Ehre (!) für die Patrons die persönliche Korrespondenz, nach ihren Wünschen oder Diktat, zu erledigen. Es wurde mir zwar immer wieder gesagt, diese Computers müsste ich auch zu bedienen lernen, damit ich auch dort aushelfen könne, sollte es einmal notwendig werden, aber davon wollte ich absolut nichts hören. Denn es waren Kästen mit schwarzem Hintergrund, auf denen dann in giftgrüner Farbe erschien, was man eintippte. Und ich hatte Mühe, mit den Augen dieses Geschreibsel zu verfolgen. Mir graute regelrecht davor.

Ich musste das auch nicht mehr, denn ich gab meine Arbeit auf, da meine Mama nun so dement geworden war, dass sie nicht mehr alleine gelassen werden konnte. Den Ausdruck ALZHEIMER kannte man damals noch nicht. Da wir, sie, ich, mein Mann und mein Vater seit jeher zusammen wohnten, hätten wir Mama sowieso nicht alleine gelassen, war dies eine ganz logische Angelegenheit. Papa war 1961 gestorben. Und wir steckten im Jahr 1979.

Bis ins 1999 waren mir Computer schnurzegal. Ich wusste, dass es solche Dinger gab, sie interessierten mich aber nicht. Dann hörte ich eines Tages am Radio eine Dame, die so etwas wie eine Plauderstunde abhielt. Und diese redete auch über das neu gegründete Seniorweb und meinte, niemand, auch ältere Personen, sollten keine Angst davor haben, sich dafür zu interessieren und mitzumachen. Den Namen dieser sympathischen Dame finde ich leider nicht mehr, ich habe ihn ja gesucht wie die ominöse Nadel im Heuhaufen. Aber damals habe ich es herausgefunden und mich einmal über dieses Seniorweb erkundigt.

Und dann fing meine sogenannte Computerzeit an. Zwar nicht an einem Computer, sondern via Television. Irgendetwas war los auf der Welt mit Fussball, für den sich mein Mann sehr begeistern konnte. Er meckerte aber, unser TV Apparat sei schon etwas alt und falle hoffentlich nicht gerade während dieser interessanten Zeit aus. Am besten sei, wir kauften vorher noch schnell einen neuen. Da ich dem Spruch: «öfters mal was Neues» sowieso gerne nachgab, war ich sofort bereit dazu. Also los!
Im Fachgeschäft schauten wir uns diverse Modelle an und die Wahl verblieb bei meinem Mann, denn mir war es egal, was für eine Marke er haben wollte. Aber ich fragte trotzdem den Verkäufer, ob sie auch so etwas wie ein Infrarot-Kästchen haben, mit einer separaten Tastatur, mit der man dann – über das Telefonkabel verbunden, im TV auch in diesem neuen Seniorweb mitmachen könne. SIE HATTEN, und ich denke, ich darf die Marke ruhig nennen, denn so ein Ding gibt es heute sicher nirgends mehr, also Grundig hiess die Chose! Das ganze Kästchenzeug kostete Total Fr.800.--, was mich schon etwas schockte, mein Mann meinte aber, sie sollen das bei Lieferung des TV Kastens mitschicken.

TV Apparat und mein Wunschkästchen wurden geliefert und dann begann eine Unruh-Periode. Damit ich das auch benutzen konnte, musste ich mich mit einem Stuhl und einem kleinen Tisch vor den TV-Apparat setzen. Ich musste die Infrarot-Tastatur daraufstellen und das alles, via Telefon, zusammenbringen. Heute weiss ich all diese komplizierten Einzelheiten nicht mehr nur, dass, wenn ich den TV besetzte, mein Mann seine Sendungen nicht schauen konnte! Wir musste uns akkordieren.
Also ich fand dieses nigelnagelneue Seniorweb (gegründet 1998) und ich sah, wie es funktionierte, denn ich konnte, via meine Tastatur, MAILEN. Mühsam, und wenn ich am Ende eines Mails irgendeine Taste falsch drückte, verschwand das Mail total im Nirwana. Meist hatte ich dann keine Lust mehr, von vorne anzufangen und liess es, enttäuscht, bleiben.
In diesem Seniorweb hatte es eine Seite, die war «behangen» mit sog. Visitenkarten. Da drauf stand Name etc. ev. sogar ein Nick Name, ich weiss dies wirklich nicht mehr genau.

Ich weiss nur, dass ich einmal von einem Basler angefragt wurde, ob ich denn wirklich eine Seniorin sei (das war damals fast Ehrensache) was ich ja bestätigen konnte. Und diesem Herrn klagte ich dann all meine Mühseligkeiten mit der Art, wie das bewerkstelligen musste, dass ich halt keinen Compi hätte, etc. Der staunte nicht schlecht über das was ich da zusammenschrieb auf oder via TV und meinte, er könne mir schon zeigen, wie das an einem richtigen Computer funktioniere. Und dieser Herr war der Basler Hansruedi Meier.
Er lud mich in ein damaliges Internet Kaffi ein, im Klein Basel nahe der Kaserne, und da lernte ich, nebst dem Computer und der Möglichkeit, auch alles ausdrucken zu können, auch die EULEN kennen. Am selben Tag, an dem ich diesen Anschauungs-Unterricht bekam vom Hansruedi, marschierten mein Mann und ich wieder in die Stadt, und ich konnte mir einen richtigen PC bestellen, denn warten auf die Lieferung musste ich ganze drei volle Wochen!

Hansruedi und sein damals junger Enkel kamen etliche Male zu mir nach Hause, um mich in diese KUNST einzuweisen, und ihnen verdanke ich meine ersten Schritte und meine Begeisterung für dieses, zuvor so verabscheute neue Medium.
Zu berichten gäbe es noch vieles, es haben mir auch andere Damen und Herren stets weitergeholfen, wenn ich an irgendeiner Frage hängen blieb, die ich gar nicht alle aufzählen könnte. Sofern sie das lesen, mein Dank gilt auch ihnen.
Das ist also die Story, wie ich zum Personal Computer gekommen bin. Im Jahre 1999. Und wenn mir jemand den Namen der Dame nennen könnte, die in jener Zeit für das Seniorweb am Radio die Werbetrommel schlug, ich hätte eine Riesenfreude. Was ich weiss: Sie hatte auch einmal eine Yorkshire-Hündin, wie ich.

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Letzte Änderung: von Erica.

Geschichte auf Bestellung! 28 Feb 2018 11:36 #2

Hallo Erica
Ich meine das war Marga Stumm
Doris

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Doris Wyss
SeniorBasel

Geschichte auf Bestellung! 28 Feb 2018 14:46 #3

Ja, Doris, da hast du sicher recht. Ich studierte auch immer an Marga herum, aber er Nachnahme kam mir nicht in den Sinn.
Danke!

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Geschichte auf Bestellung! 28 Feb 2018 22:37 #4

Erica, du erinnerst mich natürlich an diese ersten Zeiten des SeniorenKomputers! Ich habe im Archiv grüblet und von Marga samt Hündeli ein Bild gefunden, das ich in Lenzburg an einem Klaushöck aufgenommen habe. Schau mal:



Ist sie das?
E liebe Gruess
WillY

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Mein Fotoalbum im Web: www.fotocommuni...ogelsang/519774

Geschichte auf Bestellung! 01 Mär 2018 01:28 #5

Lieber Willy,
das muss schon stimmen. Gesehen habe ich Marga ja auch nur auf Fotos, und sonst eben nur gehört, hauptsächlich am Radio, denn ich hatte ja noch keinen Computer.
Was aber sicher stimmt, ist das Hundeli. Sieht hier genau so aus, als wär es meine "Etna" die Fellfarbe ist genau gleich.
Gäll, es ist lustig, sich an diese früheren Zeiten zu erinnern, ich weiss noch, dass man früher miteinander viel fröhlicher war. Manchmal haben wir im "Crazy for Oldies" ein Schweizer Chat um Winterthur herum, Bauchweh gehabt, vor lauter Lachen. Und was man da alles zusammen machen konnte, das kennt heute kein Mensch mehr.
Danke und lieben Gruss aus Basel - Erica

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Geschichte auf Bestellung! 01 Mär 2018 01:55 #6

Dies ist meine Etna, sah als jung genau gleich aus wie das Hundeli von Marga!

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