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THEMA: Der Muni.

Der Muni. 29 Okt 2017 02:04 #1

Dies ist eine alte Geschichte, und sie handelt nicht von Pferden, sondern von Kühen, und so wie es noch vor vielen Jahren Brauch war vorzugehen, wenn auf den Bauernhöfen Nachwuchs erwünscht war, durch Kälber. Ich weiss nicht genau wie dies heutzutage gehandhabt wird, aber bestimmt nicht mehr so, wie ich es noch in meiner Jugendzeit erlebt habe. Dazu möchte ich nur sagen, dass ich fast Mitleid habe mit den Kühen, die nur noch als so etwas wier Maschinen betrachtet werden, und die man fast auch so behandelt.Nur, dass man mit Maschinen fast rücksichtsdvoller und liebevoller umgeht, als oft mit lebenden Wesen.

Das, was allgemein in den deutschsprechenden Ländern unter der Bezeichnung Bulle verstanden wird, ist ein Zuchtstier. Jedoch in der Schweiz heisst dieses grossmächtige und schwere Tier ganz harmlos „Muni“. Oder wenn das Tier noch ziemlich jung ist „Muneli“. Dieses Wort wurde auch manchmal gebraucht, um einen jungen kräftigen und draufgängerischen Buben zu bezeichnen. Und wenn jemand kurze und gekrauste Haare hat, dann hat er Munikrüseli!

So ein riesiger Muni stand auch bei meiner Grossmama im Stall. Separiert von den Kühen und in einem eigenen Verschlag. Damit meine Onkel aber nicht jedesmal zur Haupttür des Stalles hinaus und ein Stück entlang der Gebäudewand zum Pferdestall gehen mussten, war im Stallinneren ein ganz schmaler Durchgang geschaffen worden, der diese beiden Räume miteinander verband. Eine ziemlich hohe und stabile Holzwand trennte den Durchschlupf vom Muni bis zum Pferd in seiner Boxe im andern Stall. Und wenn ich mich besonders mutig fühlte, ging ich ein paar Mal in diesem Durchgang von einem Tier zum andern. Das Pferd wurde dann meist etwas unruhig, der Muni jedoch drehte kaum den Kopf; ich sah nur seine grossen Augen und konnte mir gut vorstellen, weshalb man den Spiegeleiern, die auf dem schwarzen Küchenherd in einer runden, flachen Pfanne von zia Hulda zubereitet wurden, auch Stierenaugen sagte. Und dass er einen eisernen Ring in seiner Nase hatte.

Es war wieder einmal Mittwoch und Empfangstag der Neuhof-Töchter bei Grossmama, was aber eher mit Tratsch und Klatsch zu tun hatte, als mit Empfang. Bis auf Hulda waren alle verheiratet, Elsa sogar schon seit 1911, noch vor dem ersten Weltkrieg. Sie war die altmodischste meiner Tanten. Noch in den Dreissigerjahren drehten sich die Leute auf der Strasse nach ihr um und schauten ihr nach, wenn sie nach Basel kam. Wie ein vom Sockel herabgestiegenes Monument der Witwe Bolte aus Max und Moritz kam sie daher. An den Füssen hatte sie überknöchelhohe Schnürstiefeletten, jedoch mit Absätzen die klobig wirkten, weil sie ein Stück davon vom Schumacher abchneiden liess. Mit hohen Absätzen konnte sie nicht gehen. Und von den damals erst aufgekommenen Seidenstrümpfen wollte sie auch nichts wissen: „Die gehen ja kaputt vom blossen Anschauen“ war ihr Kommentar dazu. Und so trug sie weiterhin ihre dicken unförmig wirkenden baumwollenen Schläuche.

Die ganze Tante steckte meist in einem dunkelbraunen Kostüm aus gabardineähnlichem Stoff: „Dem teuersten vom Halff“, betonte sie jedesmal. Halff war das Geschäft eines jüdischen Stoffkaufmannes, der bekannt für seine guten aber dennoch preiswerten Stoffe war. Alle Neuhof-Töchter kauften ihre Stoffe dort, und eine Halff-Tochter ging mit mir zusammen in die gleiche Klasse. Jedoch die Machart dieses Kostüms war „Marke Elsa“, wie mein Vater kopfschüttelnd bemerkte, wenn er sie daherkommen sah. Taillierte Jacke mit langen Schössen, die bis tief unter den Allerwertesten reichten. Darunter ein Rock, der sich zu den Seiten hin verbreiterte und leicht glöckelte, was mich veranlasste, Papa’s Kommentar noch „die wandelnde Glocke“ hinzuzufügen. Um den Hals hatte sie einen rötlichbraunen Fuchs, samt Schwanz baumeln, der so aussah, als würde er sich selber beissen, denn das spitze Köpfchen lag im Bereich seines Rückens, wo es mit Haft und Oese am Ort gehalten wurde. Und fast bösartig funkelten seine Glasaugen. Doch die Krönung der ganzen Tante war der Hut.
Da sie hinten am Kopf, an Stelle eines Knotens drei wagrechte Rollen aus ihren Haaren drehte, wobei sie diese mit den beim Kämmen ausgefallenen Haare auffüllte, war es schwierig, dort einen Hut richtig zu plazieren. Daher hatte sie den hinteren Rand hochgeplättet. Vorne hing der Rand ziemlich tief herunter, weshalb ich dafür die Bezeichnung „ondulierte Omelette“ verwendete, die ich einmal irgendwo aufgeschnappt hatte.

„Lass das bloss nicht Elsa hören“, ermahnte mich Mama. Die wird sonst „taub“, das schweizerische Wort für böse, und dann macht sie einen Schnabel. Alle wussten, dass Elsa oft und lange „einen Schnabel“ machte, und ich vermute, dass die jüngste, Alisli, es manchmal geradezu darauf anlegte. Und auch ich lauerte stets darauf, ob zia Elsa ihren berühmten Schnabel machte, indem sie die obere und untere Lippe zusammenpresste und so nach vorne schob, dass es wirklich fast so aussah.

Elsa war meist die letzte die im Neuhof eintraf. Da sie in einem Vorort wohnte, von woher sie mit dem wackeligen, blauweissen Bähnchen kommen musste, um dann noch einen halbstündigen Fussmarsch hinzulegen, denn das Tram „kostete“, konnte sie zu Hause nicht weggehen, wann es ihr passte sondern musste sich an den Fahrplan des Bähnli halten.

Tante Alisli und zia Elsa hatten oft miteinander einen „Strauss“ auszufechten, wie Mama dies nannte. Zia Elsa und zia Hulda waren die älteren und hielten ein wenig mehr zueinander als zu den jüngeren. Und auch die Unterteilung in „zia“ und Tante gab manchmal zu Meckereien Anlass. So hatte mich meine Nonna gelehrt, diese meine Verwandten mit „zia“ anzureden, was ja auch Tante hiess, aber Alisli wollte nicht zu den „zie“ gehören, also musste ich eben Tante sagen. Mir war es Wurst.! Egal!

Auch Mama hatte, als sie noch ledig war, wenn schon, nur mit Elsa Meinungsverschiedenheiten. Diese hatte sie nämlich währen der ganzen Dauer des ersten Weltkrieges, von 1914 bis 1918, ständig geplagt, mit irgend welchen Kleinigkeiten. Und das kam so: Da der Mann von Elsa, mein Onkel Robert, immer noch Deutscher war, musste er einrücken und in den Krieg ziehen. Zwar hätte er ja hier, in der Schweiz bleiben können, doch die damalige Kaisertreue erlaubte dies den meisten nicht. Auch mein Onkel Rudolf und Onkel Erwin, Mamas Brüder, waren im Krieg, während seiner ganzen Dauer. Und oft erzählten sie von den Kämpfen, die in Flandern stattgefunden hatten.Zwar waren sie wahrscheinlich nie an der vordersten Front, denn sie waren, als Soldaten, die gut mit Pferden umgehen konnten, beim Train und also zuständig mit vielen andern, dass der Nachschub und anderes klappte. Aber auch sie waren ständig der Gefahr des getötet werdens ausgesetzt.

Elsa hatte damals einfach ihr Kind genommen, die Wohnung abgeschlossen, und war mit Sack und Pack wieder in den Neuhof eingezogen. Und dort habe sie immer dann, wenn Mama in ihrer spärlichen freien Zeit auch noch Hausarbeiten in der Küche erledigen musste, einen Zinkzuber in den Schüttstein gestellt und angefangen, die Kindersachen zu waschen. Bei diesen Streitereien zwischen Mama und ihr ging es zwar nur immer um Kleinigkeiten, aber Mamas blaue Augen blitzten auch noch beim Erzählen dieser Unstimmigkeiten so eiskalt und richtig böse, dass ich fast Angst bekam. Auch habe Elsa von ihr verlangt, wochen- und wechselsweise ihr Bett abzutreten. Sie habe es aber vorgezogen, wenn schon, dauernd auf dem harten, schmalen und zu kurzen Sofa in der Stube zu schlafen: „Ich will wissen, wo mein Bett steht, und nicht jeden Abend zuerst studieren, wo ich abliegen kann!“ Das war ihr Kommentar zu dieser Episode. Auch haben Elsa und Alisli - die Hausprinzessin die alles durfte und nichts musste – ständig miteinander herumgezankt, wegen nichts als „Mist“, wie sich Mama ausdrückte, und Elsa habe Alisli als „Lockenschlange“ tituliert, wegen ihrer aschblonden, langen Zapfenlocken, wobei Alisli Elsa im Gegenzug als „Rollenschlange“ bezeichnet habe und dieser einmal, wütend, die Milchpfanne über den Kopf gestülpt. Doch am Ende dieser „Kropfleereten“ betonte Mama stets: „Es ist ja alles jetzt vorbei und vorüber! Und sie ist ja doch meine Schwester!“

Ich selber wurde stets ermahnt, immer höflich zu meinen Tanten zu sein und lieb. Aber je nach dem, was die eine oder andere gerade für eine Laune hatte, beschwerte sie sich trotzdem über eine sogenannt „ungattige“ Antwort von mir. Und das konnte sehr schnell passieren, denn manchmal schlich sich ein venezianisches Wort in meine Rede, was ich nicht einmal merkte, da dies zu Hause nie geahndet wurde. Ich verstand ja auch noch nicht die Bedeutung aller Ausdrücke.. Vor allem die zia Hulda hatte mir gegenüber eine manchmal barsche Art, oder sie kniff mich in die Nase, was ihr Spass zu machen schien, mir aber ganz und gar nicht; mir tat das weh. Und einmal, als sie besonders heftig zulangte, zischte ich: „Alte Zwetschge!“ Du meine Güte! Alles schrie durcheinander in den höchsten Tönen. Und Mama verlangte, mit hochrotem Kopf von mir, ich müsse mich schnellstens entschuldigen und um Verzeihung bitten. Aber nichts da. Die hatte mich gefälligst in Ruhe zu lassen und entschuldigen, das soll, wenn schon, sie sich. Das habe ich aber nur gedacht, denn ich wusste, wenn ich jetzt den Mund auftat, würde alles nur noch schlimmer. Ich blieb, mit auf dem Rücken verschränkten Armen bocksteif stehen. Und um Verzeihung bitten, wenn andere mich unsanft behandeln? Das war ja der Gipfel der Ungerechtigkeit. Schliesslich vergass mich das vierblättrige Schwestern-Kleeblatt, weil irgend etwas Wichtigeres aufs Tapet kam. Und erst als wir uns verabschiedeten, schien auch zia Hulda wieder weniger böse zu sein, denn sie meinte, ich hätte wahrscheinlich gar nicht gewusst, was ich ihr da gesagt hatte. Diesen Ausdruck hätte ich wohl von meinem Onkel Cirto, dem jüngeren Bruder von Papa, aufgeschnappt. Wobei also der Schwarze Peter dem andern Teil meiner Familie zugeschoben wurde.

An einem solchen Besuchs-Nachmittag war es, dass ich hörte, wie vor dem Wohnhaus, auf der andern Seite des überdachten Vorplatzes, etwas nicht alltägliches los sein musste. Ich öffnete vorsichtig die Haustüre, damit mich niemand hören sollte, wobei die Sonne nun ungehindert in den sonst dunkeln Hausflur schien, sodass der glänzig gewichste Steinplattenboden aufleuchtete. Mich erstaunte jedesmal von neuem diese extreme Sauberkeit im Eingang des Hauses und bis nach ganz hinten, und im stillen Örtchen, wo zwar ein altes Telefonbuch oder säuberlich geschnittene Zeitungsvierecke an einem Drahthaken hingen, für „hinterlistige Zwecke“ wie Papa dem Papier auf dem Abort manchmal im Spass sagte. Aber sonst war alles, auch im Sommer, dort kalt aber peinlich sauber.

Ein von Mama oft getaner Ausspruch lautete demnach: So, wie es auf dem Abtritt – so sagte man damals allgemein – aussieht, so sind auch die Leute. Und um dies feststellen zu können, griffen alle vier Schwestern zur Ausrede, schnell mal zu „müssen“, um besagtes Örtchen inspizieren zu können.

Ich trat also auf den Vorplatz hinaus und, gegen die Sonne anblinzelnd sah ich, dass vor den Ställen meine sämtlichen Onkel versammelt waren, und dazu noch zwei fremde Männer. Einer dieser Männer führte eine Kuh, die einen Strick um den Hals hatte und ich bekam Angst, dass da mit dieser armen Kuh sicher etwas Ungutes zu geschehen hatte. Weshalb sonst wohl der Strick? Aber alle lachten und Onkel Louis rief zu mir hinüber, als er mich entdeckte, ich solle rasch wieder zu Mama gehen, hier sei im Moment kein Ort für kleine Mädchen. Am Ende wurde nun der Kuh doch noch etwas angetan, durchfuhr es mich, und schnell verschwand ich wieder im Haus, wo ich mich ganz verdattert wieder zu Mama setzte. Das fiel auf, und ich wurde nach dem Grund gefragt, den ich auch sofort erzählte.

„Ach ja“, meinte zia Hulda, die als Wirtschafterin bestens über alles Bescheid wusste, „heute kommt ja Nachbar Studer mit seiner Kuh zum Zulassen“. Wie von der Tarantel gestochen fuhr Tante Alisli hoch, zog Mama mit sich fort, indem sie sie aufforderte: „Komm, Marilli, dieses Schauspiel wollen wir uns nicht entgehen lassen“. Alle, auch Elsa und Hulda drängten sich nun durch den engen Flur auf den Vorplatz hinaus, und ich mit ihnen. Hulda wollte mich zwar zurückschicken, aber Tante Alisli meinte nur: „Lasst das Kind doch da, früher oder später erfährt es ja diese Dinge sowieso, und da ist es besser, es passiert auf ganz natürliche Art und Weise.

Und da kam auch schon Onkel Louis aus dem Stall, begleitet von Onkel Erwin, und er als der kräftigere führte am Nasenring den Muni. Der trampte schwer und mächtig und dampfend und schnaubend zwischen den beiden daher. Das Züglein näherte sich der Kuh des Nachbarn. Dann hörte ich nur noch laute Aufforderungen und Gebrüll und Hallo und ich sah, wie der Muni auf dem Hinterteil der Kuh wackelte, während die Männer laut weiter brüllten. Mama und meine Tanten schauten sich vielsagend an und kicherten hinter vorgehaltenen Händen. Und gleich darauf plumpste der Muni von der Kuh herunter und wurde wieder weggeführt.

Da stand ich und wusste gar nicht, weshalb die Männer so lachten und die Tanten rote Köpfe hatten. Und ich hatte auch gar nicht bemerkt, dass in der Zwischenzeit zia Hulda mit einem Servierbrett voller kleiner Gläschen auf die Männer zugegangen war, die sich lustig zuprosteten. Mit Selbstgebranntem von Onkel Erwin. Der brannte von jeder Obstsorte, die dafür geeignet war, hinten im Schopf ein paar Flaschen Hochkarätiges, heimlich natürlich, denn er hatte keine Brenn-Lizenz. Und nur für die Familie und für Freunde!

Die Frauen verzogen sich wieder ins Haus, zu Kaffee – dem ich aber nur Pampelure sagen konnte – denn die echten Kaffeebohnen hatten damit nichts gemeinsam. Und später sah ich dann auch, dass zia Hulda nur Kathreiners Malzkaffee braute, wegen der Gesundheit, wie sie betonte. Als ich zu Hause das Tagesgeschehen noch einmal Revue passieren liess, begann mir zu dämmern, bei was ich heute Nachmittag Zeuge gewesen war, und weshalb Tante Alisli gesagt hatte, die Dinge des Lebens durch die Natur selbst zu erfahren, sei immer das Beste.

Und wenn ich denke, wie das heute passiert! Da dauern mich die armen Stiere und Kühe direkt. Die ersteren müssen einen als Kuh getarnten Bock bespringen, und zu den letzteren kommt der Tierarzt mit seinem Arztkoffer, in dem eine Ampulle mit Samenflüssigkeit liegt.

Wenn der Viehdoktor heute auf dem Bauernhof auftaucht, dann lachen die Buben und rufen laut dem Vater, er solle kommen, der „Köfferli-Muni“ sei da!


Erica Zet

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Der Muni. 30 Okt 2017 17:20 #2

Eine wunderherrliche Geschichte! Ganz herzlichen Dank und Gruss nach basel, Sonja Weber.

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Der Muni. 31 Okt 2017 10:28 #3

Grosses Kompliment, liebe Erica, für Deinen Bericht, wunderbar lebhaft, humorvoll und lebensnah. Leider kann ich nicht mit so temperamentvollen Tanten, resp. Zie, aufwarten. Auch nicht mit Nonnas und Nonnos.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen und oft in der Nachbarschaft in einem Bauernhof herumgetollt. Da habe ich natürlich die Spiele mit der Vermehrung im Tierreich auch hautnah mitbekommen. Ja, damit es hübsche kleine Häschen gab, musste man die Häsin zum Bock bringen.

Ja, die Zeiten änderten sich. Ob unsere Enkel noch so erlebnisreiche und romantische Berichte über die heutigen Bauernhöfe schreiben können?

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Der Muni. 31 Okt 2017 16:29 #4

etna, du hast auf diesem Bauernhof sich auch erlebt wie Schweine geschlachtet wurden.
Früher war der Störmetzger in den Wintermonaten unterwegs von Hof zu Hof, schlachtete und verarbeitete die Tiere direkt auf dem Bauerhof.
Der Aufruhr um die Metzgete in Sissach verstehe ich nicht ganz. Dass sich ein Pfarrer deswegen geisselt erst recht nicht.
Du hast sicher auch davon in den Zeitungen gelesen.
Überall gibt es jetzt wieder Metzgete in den Restaurants, dafür müssen doch Schweine geschlachtet werden. Der Metzger von Sissach wollte sicher nur zeigen , wie das auf humane Weise auch geht.

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Der Muni. 01 Nov 2017 10:54 #5

Danke, aloisius, für deine Worte. Es sind halt einfach Erinnerungen, und ich bin sehr froh, dass ich sie habe. Es ist im Alter weniger langweilig, als wenn man immer nur über die laufenden Welthändel nachdenken muss.

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Der Muni. 01 Nov 2017 11:02 #6

chafi schrieb: Der Aufruhr um die Metzgete in Sissach verstehe ich nicht ganz. Dass sich ein Pfarrer deswegen geisselt erst recht nicht.


Das übersteigt auch mein Verständnis ! Der Pfarrer hatte wohl nichts Gscheiteres zu tun oder wollte die Reformation feiern

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Jean-Pierre

Der Muni. 01 Nov 2017 11:05 #7

Liebe chafi,
ich habe gottlob nichts mit Schlachten auf dem Neuhof mitbekommen. Es wurden wohl Schweine gemästet dort, denn Tante Hulda bereitete regelmässig die Tränke für diese Schweine, in einem Kämmerlein neben der Waschküche. Aber diese wurden lebend verkauft und vom Erwerber geschlachtet. Lediglich ein paar Speckseiten wurden jeweils von Onkel Louis ins Kamin zum Räuchern gehängt. Der kam dann manchmal zum Zvieri mit auf die Platte, wenn wir alle beisammen sassen, in der grossen, dunkeln Küche, wo der riesige Herd von seiner sehr grossen Herdkappe (Rauchfang) überdeckt wurde.
Was in Sissach aufgeführt wurde, ist m.E. THEATER. Man kann doch nicht die ganze Fleischfresser-Szene an zwei Sissacher Säuen lösen wollen. Wie blauäugig sind doch gewissen Eiferer, die letztendlich das ganze Geschehen nur noch anheizen. Oder isst nun ein einiger Mensch jetzt kein Fleisch mehr? Um dies sollte es doch gehen, und da gehört das Töten dazu, ob man will oder nicht.

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